Vom  29.  bis 31. Mai 2017 hat im agora-Hotel am Aasee in Münster eine von der Kommission organisierte Fachtagung mit dem Titel "Mathematik in Schule und Hochschule - Wie groß ist die Lücke und wie gehen wir mit ihr um?" stattgefunden.

Der nachfolgende Tagungsbericht steht auch als Download (PDF, 99.3 KB) zur Verfügung.

Hausaufgaben für alle? – Handlungsempfehlungen zum besseren Übergang von der Schule an die Hochschule

Mathematik in Schule und Hochschule – wie groß ist die Lücke und wie gehen wir mit ihr um? Diese Frage diskutierten kürzlich Bildungsexpertinnen und Bildungsexperten in Münster und gaben Handlungsempfehlungen zum besseren Übergang von der Schule an die Hochschule.

In einem Punkt waren sich die Tagungsteilnehmerinnen und -teilnehmer aus Schule, Ministerien, Didaktik und Hochschule Ende Mai in Münster schnell einig: die Lücke zwischen dem, was die Schule leisten kann, und dem, was die Hochschulen vor allem in den MINT-Fächern von ihren Studienanfängern erwarten, wird tendenziell immer größer und von allen Beteiligten als problematisch wahrgenommen. Kontrovers diskutiert wurden in Münster hingegen die Ursachen und wie mit ihnen umzugehen sei.

Zu der Tagung hatte eine Allianz dreier großer Mathematik-Fachgesellschaften in Deutschland eingeladen: Die Deutsche Mathematiker-Vereinigung (DMV), die Gesellschaft für Didaktik der Mathematik (GDM) und der Deutsche Verband zur Förderung des MINT-Unterrichts (MNU) setzen sich seit mehreren Jahren in einer gemeinsamen Initiative („Kommission“) dafür ein, den Übergang von der Schule an die Hochschule für Studienanfängerinnen und -anfänger im Fach Mathematik zu verbessern. Die Mitglieder der Kommission bündeln die Expertise innerhalb der Fachgesellschaften, nach außen fungiert die Kommission als Ansprechpartnerin und Beraterin für die Bildungsadministration und die Politik. Entsprechend waren die Teilnehmerinnen und Teilnehmer der Tagung aus Schule, Ministerien, Didaktik und Hochschule paritätisch vertreten.

Als ursächlich für die eingangs genannte Kenntnislücke erkannten die 58 Tagungsteilnehmerinnen und -teilnehmer, dass die Heterogenität der Studienanfängerinnen und -anfänger ständig zunehme. „Die Studierendenquote wächst seit Jahren und ist aus vielerlei Gründen aktuell mit über 50% eines Jahrgangs so hoch wie noch nie.“, sagt Wolfram Koepf, Mathematik-Professor in Kassel und Leiter der Mathematik-Kommission; auch hätten einige Bundesländer die Stundenzahlen im Fach Mathematik gesenkt und Leistungskurse in Mathematik ganz abgeschafft.

Strittig waren unter den Tagungsteilnehmerinnen und -teilnehmern jedoch die zu ergreifenden Maßnahmen. Gleichwohl einigten sich die Bildungsexperten auf Handlungsempfehlungen zum Übergang von der Schule an die Hochschule. Es sei wichtig, die Stundenzahl dort wieder anzuheben, wo Kürzungen erfolgt seien. Auch wurden einige modellhafte Projekte empfohlen, deren Ausweitung sich positiv auswirken werde:

  • „Vertiefungs- bzw. Projektkurse Mathematik“ oder ähnliche Projekte, die nicht nur an einzelnen Hochschulen angeboten würden, sondern offen für alle Schülerinnen und Schüler zumindest eines Bundeslandes seien
  • Orientierungsstudium, Vorsemester oder spezielle Studiengänge, die einen langsameren Studieneinstieg ermöglichten und lokale Vorkurse ergänzten. Hier seien vor allem rechtliche Fragen zu klären, damit es beispielsweise nicht zu einem Wegfall der BAföG-Berechtigung komme.

Die Tagungsteilnehmerinnen und -teilnehmer zeigten sich abschließend zuversichtlich, dass derartige Projekte auch die Abbruchquoten an den Hochschulen positiv beeinflussen könnten.

Zu den wichtigsten nächsten Schritten sollte gehören,

  • die Bildungsstandards weiter zu konkretisieren. Schon einige wenige Maßnahmen könnten hier viel bewirken, damit die Lücke geringer ausfalle.
  • die Schnittstellenaktivitäten weiter fortzusetzen, etwa auf der gemeinsamen Jahrestagung von DMV und GDM, die vom 5. bis 9. März 2018 in Paderborn stattfindet.

Links

http://www.mathematik-schule-hochschule.de/
http://dmv.mathematik.de/
http://didaktik-der-mathematik.de/
http://www.mnu.de/
http://www.gdmv2018.de/


Ansprechpartner
Prof. Dr. Wolfram Koepf
Universität Kassel
Tel.: 05 61 / 804-4207
E-Mail: Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!
www.mathematik-schule-hochschule.de/


Pressekontakt
Thomas Vogt, M.A.
Deutsche Mathematiker-Vereinigung
Tel.: 030 / 838-75657
E-Mail: Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!
www.dmv.mathematik.de

Die Mathematik-Kommission Schule-Hochschule hat vor einigen Jahren zwei Fachtagungen der drei großen Fachverbände in Mathematik – DMV, GDM und MNU – zu den Bildungsstandards für die allgemeine Hochschulreife für das Fach Mathematik durchgeführt.

Da nun die Bildungsstandards in allen Bundesländern umgesetzt wurden und die Erstellung eines gemeinsamen länderübergreifenden Aufgabenpools für Abituraufgaben durch das IQB koordiniert wird und da die Lücke zwischen dem, was die Schule leisten kann, und dem, was die Hochschulen vor allem in den MINT-Fächern von ihren Studienanfängern erwarten, inzwischen in aller Munde ist und vielfältig diskutiert wird, möchten wir uns im Rahmen unserer dritten Fachtagung schwerpunktmäßig mit dieser Lücke beschäftigen, sie beschreiben und Wege aufzeigen, wie wir mit ihr umgehen können.

Die Fachtagung mit dem Titel

"Mathematik in Schule und Hochschule - Wie groß ist die Lücke und wie gehen wir mit ihr um?"

findet vom  29.  bis 31. Mai 2017 im agora-Hotel am Aasee in Münster statt.

Das Tagungsprogramm können Sie hier downloaden. Download: PDF, 158 KB

Update:
Ein Bericht zur Tagung ist hier zu finden.

Kommission 23 05 2016

(Foto: Martina Syborg)

Am 23. Mai 2016 tagte die Kommission in Kassel. Als Gast wurde Prof. Dr. Margareta Heilmann aus Wuppertal (1. v.r.) begrüßt. Ein wesentlicher Aspekt war die Planung der Konferenz zum Thema "Mathematik in Schule und Hochschule - Wie groß ist die Lücke und wie gehen wir mit ihr um?".  Diese wird vom 29. bis zum 31. Mai 2017 in Münster stattfinden. Ziel ist es, unter dem Motto "Herauskommen aus einer gegenseitigen Vorwurfshaltung" konstruktive Lösungsansätze zur Übergangsproblematik zu finden.