Die Deutsche Mathematiker-Vereinigung (DMV), die Gesellschaft für Didaktik der Mathematik (GDM) und der Verband zur Förderung des MINT-Unterrichts (MNU) haben vor fünf Jahren die Mathematik-Kommission „Übergang Schule-Hochschule“ gegründet und begleiten seither u.a. die politische Diskussion um die Ausbildung in Mathematik an deutschen Schulen und ihre Eignung zur Vorbereitung zukünftiger Studienanfänger an Hochschulen. DMV, GDM und MNU begrüßen daher, dass dieses wichtige Thema durch die aktuelle Diskussion u.a. im Kontext eines offenen Briefes zu „Mathematikunterricht und Kompetenzorientierung“ [z.B. Offener Brief, Stellungnahme von MathematikdidaktikerInnen, Tagesspiegel-Artikel 1, Tagesspiegel-Artikel 2, Tagesspiegel-Artikel 3] stärker in den Fokus der öffentlichen Aufmerksamkeit rückt.

Aus Sicht der Fachgesellschaften werden in der gegenwärtigen Diskussion jedoch einige Aspekte verzerrt oder verkürzt dargestellt. Für DMV, GDM und MNU stellen sich die Probleme, ihre Ursachen und sinnvolle Lösungsansätze wie folgt dar.
Stellungnahme vom 20.4.2017 (PDF, 283 KB)

Gemeinsame Presseinformation der Deutschen Mathematiker-Vereinigung (DMV), der Gesellschaft für Didaktik der Mathematik (GDM) und des Verbands zur Förderung des MINT-Unterrichts (MNU) vom 20.4.2017 zur aktuellen Diskussion über die Qualität des Mathematikunterrichts (PDF, 183 KB)

tagung muenster 2013 gruppenfoto kleinDas Ministerium für Kultus, Jugend und Sport Baden-Württemberg hat mit Schreiben vom 21. Oktober 2013 an die allgemeinbildenden und beruflichen Gymnasien zur „Umsetzung der Bildungsstandards für die allgemeine Hochschulreife“ die landesspezifischen Konkretisierungen der „Bildungsstandards im Fach Mathematik für die allgemeine Hochschulreife“ der KMK vom 18. Oktober 2012 festgelegt.

Die gemeinsame Mathematik-Kommission Übergang Schule-Hochschule der drei Fachverbände DMV, GDM und MNU nimmt dazu wie folgt Stellung (PDF, 151 KB).

Die bereits seit über zehn Jahren bestehende Arbeitsgruppe COSH (Cooperation Schule Hochschule), die sich dem Übergang Schule-Hochschule vor allem an der Schnittstelle beruflicher Gymnasien bzw. Berufskollegs und Fachhochschulen in Baden-Württemberg widmet, hat im Februar 2013 einen Mindestanforderungskatalog veröffentlicht, der Schülerinnen und Schülern, die ein Studium in einem WIMINT-Fach (Wirtschaft, Mathematik, Informatik, Naturwissenschaften oder Technik) planen, über die zum Teil unterschiedlichen Anforderungsniveaus ausführlich informiert.

Dieser Mindestanforderungskatalog benennt einerseits Inhalte und Kompetenzen, welche die Abiturienten bzw. Fachabiturienten der verschiedenen Schultypen in Baden-Württemberg gemäß gültigem Lehrplan behandeln, als auch diejenigen, die von den Hochschulen als wünschenswert erachtet werden. Diese Diskrepanz wird in dem Katalog deutlich aufgezeigt. Der Katalog ist in Zusammenarbeit von Schul- und Hochschulvertretern entstanden und stellt somit eine gemeinsame Zustandsbeschreibung dar.

Die Mathematik-Kommission Übergang Schule-Hochschule begrüßt die Bemühungen um diesen Katalog ausdrücklich. Kataloge dieser Art können in geeigneter Weise die Bildungsstandards konkretisieren. Sie sind auch vor dem Hintergrund digitaler Mathematik-Werkzeuge und hilfsmittelfreier Prüfungsteile von besonderer Bedeutung.

Die Benennung von Diskrepanzen zwischen Schulwissen und Hochschulerwartung ist als Orientierung für die betroffenen Akteure von Bedeutung, um sie ggfs. bei der Änderung von Studiengängen berücksichtigen zu können. Schüler, die ein WIMINT-Fach studieren wollen, wissen nach Lektüre des Katalogs, was sie an der Hochschule evtl. erwartet. Auch wird den Schulen auf diese Weise gezeigt, welche Themen sich beispielsweise für Zusatzstunden eignen.

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